Buchautorin Obermann Eva-Maria


30. Oktober 2011Kategorie Interview

Obermann Eva-Maria im Interview

Buchautorin Obermann Eva-Maria

Buchideen :: Woher bekommen Sie Ihre Buchideen?

Manchmal bin ich sehr intiutiv. Beim Geschirrspülen oder Saunagang, beim Sport oder Zugfahren kommen die Ideen wie von selbst, auf mich zu geflogen und heften sich fest. Durch die Liebe zur Literatur und das Studium derselben treffe ich aber auch immer wieder auf Motive, Themen und Stoffe, die mich faszinieren. Dann überlege ich auch mal, wie solch ein Stoff noch umgesetzt werden könnte, welche neuen Aspekte und Abweichungen mir einfallen, bis die Idee endlich entsteht. Das kann auch mal länger dauern, trifft mich dann unverhofft, eben beim Geschirrspülen, dem Saunagang, beim Sport und der Zugfahrt.

Zeitbedarf :: Wie viel Zeit erfordert das Schreiben der Erstfassung?

Wenn mich ein Thema voll und ganz erfasst hat, bin ich im Schreibwahn. Ich kann abends kaum schlafen, kenne keinen Hunger mehr und bin vor dem ersten Sonnenstrahl wieder auf den Beinen. Dann fließen die Zeilen aus meinen Fingern und die Erstfassung steht in einem bis zwei Monaten, je nach Umfang, Kurzgeschichten schreibe ich dann auch mal an einem Abend, Gedichte generell in Minuten. Habe ich eine Idee, bei der dieser Drang fehlt, schreibe ich den Anfang, mache den ersten Schritt und warte auf die Inspiration. Am längsten aber dauert die Nachbereitung der Erstfassung, das Lesen, Überarbeiten, Lektorieren.

Motivation :: Was treibt Sie an zu schreiben?

Es ist ein regelrechter Trieb, darum heißt meine Autorenseite auch ‚schreibtrieb‘. Ich entdeckte die Leidenschaft zum Wort in einer Phase meines Lebens, in der ich einsam war, schwere Zeiten durchmachte und einen Halt brauchte. In mancher Hinsicht sind gerade meine Gedichte Selbsttherapie. Damit kann ich ausdrücken, was sonst unsagbar erscheint. An meinen Geschichten möchte ich festhalten. Ich liebe es, eine neue Welt zu kreieren, Schicksale zu lenken, ein Geschehnis zu erfinden. Ich freue mich immer, wenn jemand meine Werke liest, sich an ihnen erfreut. Das zeigt mir, anzukommen. Es ist einfach das, was ich machen will.

Recherche :: Was tun Sie als Erstes nach der Recherche?

Die Informationen sich setzten lassen. Nach einer Recherche bin ich geradezu überfüllt. Das alles muss erst wirken, sich in mir entwickeln. Dann entdecke ich Verbindungen, Möglichkeiten, Besonderheiten. Manche Ergebnisse lasse ich fallen, andere, die ich erst unwichtig hielt, treten plötzlich mehr hervor. Und dann, ganz unverhofft, tritt aus dem Wirrwar ein roter Faden hervor, eine Idee, eine Geschichte.

Arbeitsumgebung :: Wie sieht Ihr Schreibtisch aus?

Total unordentlich. Ich räume ihn alle paar Wochen auf, doch, als hätte er ein Eigenleben, müllt er wieder zu. Da eine Bonbontüte, hier Notizen, dort ein Buch, eine Mitschrift von der Uni, Briefe, Bilder, ein Kuscheltier von meinem Sohn, mein Diktiergerät, … Tatsächlich gibt es hinter dem Chaos tatsächlich eine Ordnung, die aber verstehe nur ich. So treffe ich auch immer wieder auf eine Notiz oder ein Bild, die ganz plötzlich etwas Neues aussagen und zur Inspiration werden. Vielleicht bin ich aber auch nur viel zu faul.

Tagesablauf :: Zu welcher Uhrzeit schreiben Sie am liebsten?

Nachts. Dann schläft das Kind, dann schläft der Mann und der Alltag ruht. Die Katze streift um meine Beine, die Straße schweigt und die Dunkelheit setzt mein Schreibtischlicht in Szene. Niemand stört das Klimper der Tastatur, ich kann mich voll und ganz einlassen und eintauchen in diese Welt, die schwarz auf weiß vor mir entsteht.

Gedichte aber schreib ich, wenn sie kommen. Im Zug, in der Vorlesung, im Bett oder irgendwo dazwischen, das ist ein Moment, den ich einfangen will, wie ein Photograph.

Selfpublishing :: Worin liegen die größten Vor- und Nachteile?

Das Schöne bei „Seelentropfen“ war, dass ich mein eigener Herr war. Ich habe mittlerweile auch bei Verlagen publiziert und kenne den Unterschied. Ich bin in Themenwahl und Ausführung, in Gestaltung und auch in der Preiswahl freier, niemand kritisiert Formulierungen, die ich absichtlich platziert habe, vom Lektor aber nicht verstanden werden. Nachteil ist klar die Vermarktung, Eigenwerbung ist nicht immer leicht. Viele Leser sind auch noch der Meinung, ohne Verlag ist man kein richtiger Autor, sind die Werke nicht gut. Dem muss man entgegnen und zu sich und seinen Texten stehen.

Marketing :: Nutzen Sie die Social Media Seiten und wenn ja, welche?

In der heutigen Zeit ist es wichtig Social Media mit einzubeziehen. Das Internet ist Teil unseres Lebens geworden. Ich bin in einigen Foren (Schreibwerkstatt, Literar-Forum) unterwegs, habe einen Blog, eine Facebook-Seite, eine Autorenhomepage. Außerdem schreibe ich die Kolumne für die online Zeitschrift Face2Face, die ebenfalls als Blog erscheint. Ich benutze Twitter und Google+ und hoffe so immer wieder Menschen für meine Texte interessieren zu können.

Genre :: Welche Buchgenres lesen Sie bevorzugt selber?

Ich lese sehr gerne Fantasy, Lyrik, Zeitgenössisches und Klassiker. Krimis oder Liebesroman sind nicht so meins. Auch der historische Roman reizt mich nicht so sehr. Aber Außnahmen gibt es immer wieder und ich bin immer bereit, mich auf Neues einzulassen. Literatur ist, wie jede Kunstform, im Wandel, also gibt es immer etwas zu entdecken. Ich habe auch schon historische Romane gelesen, die mich fesselten, oder Lieberoman, die so toll geschrieben sind, dass ich sie immer wieder lesen könnte.

Tipps :: Wie vereinbart sich Ihre Autorentätigkeit mit der Familie?

Gerade mit einem kleinen Kind ist das nicht immer einfach, das Schreiben neben dem Studium ist schon schwer genug. Meine Gedichte leiden nicht, da ich mein kleines Heftchen immer dabei habe und so spontan und schnell meine Idee festhalten kann. Geschichten und Romanideen widme ich mich Abends und Nachts, wenn der Kleine schläft, an freien Tagen, wenn er im Kindergarten ist oder bei einer Oma. Manchmal gefällt das dem Mann an meiner Seite gar nicht so, denn er hofft dann auf Zweisamkeit. Ich habe auch schon den Laptop mit in die Bibliothek genommen, um einige Zeit Ruhe zu haben. Manchmal spielt er auch neben dem Schreibtisch, während ich Zeilen fülle. Problematischer ist es, wenn mein Kopf schon vom Uni-Stoff voll beansprucht ist, da müssen Geschichten auch mal warten, dafür lang ich in den Semesterferien richtig zu. Alles zu vereinen ist ein Balanceakt, aber verzichten will und kann ich auf nichts davon.

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