Buchautorin Nikolaus Annemarie


13. November 2011Kategorie Interview

Nikolaus Annemarie im Interview

Buchautorin Nikolaus Annemarie

Sie hat in der Erwachsenenbildung, im Journalismus, Verlagswesen und – in Italien – in der Umwelteratung gearbeitert.
Nach knapp 20 Jahren in Norditalien zog sie im Frühjahr 2010 mit ihrer Tochter nach Frankreich.

2001 begann sie, Kurzgeschichten zu schreiben. Nach ersten Veröffentlichungen wandte sie sich – allein oder mit Co-AutorInnen – Romanen zu. Anfang 2011 entschied sie sich für den Weg der Indie-Autorin und hat mehrere E-Books aus ihrer Backlist veröffentlicht.

Mehr über sie bei Wikipedia.

Buchideen :: Welche Besonderheit zeichnet Ihre Romanfiguren aus?

„Wie weit darf man gehen?“ Vor einiger Zeit habe ich festgestellt, dass ich in meinen Romanprojekten mein „Personal“ immer wieder vor diese eine Frage stelle. Zum Beispiel in den beiden Büchern, die ich voraussichtlich Anfang 2012 veröffentlichen werde.

In „Verschworen“, einem historischen Kriminalroman zur Zeit des Deutsch-Französischen Krieges geht es darum, welchen Befehlen ein Soldat gehorchen muss oder darf. Ist ein Mord legimierbar, mit dem die Siegesaussichten Preußens gesichert werden sollen? Wiegt der Fahneneid schwerer als alles andere?

„Königliche Republik“ spielt 1647/48 nach dem Aufstand des Massaniello gegen den Vizekönig. Eine blutjunge Patriziertochter gerät in den Zwiespalt zwischen der Loyalität zur Familie und der Anerkennung für die Ehrenhaftigkeit des neuen Dogen. Mit einem Meineid rettet sie ihrem verräterischen Bruder das Leben und bringt damit den Mann in Gefahr, den sie liebt. Am Ende steht sie vor einer tragischen Entscheidung.

Zeitbedarf :: Wie umfangreich gestalten sich lektorieren und korrekturlesen?

Das ist der längste und wichtigste Teil der Arbeit. Im Grunde bin ich „Pantser“ – vorausplanen nützt herzlich wenig: Die Figuren kennen ihre Geschichte allemal besser als ich. Im Prinzip reicht mir eine Seite mit den wichtigsten Plotpoints zum Schreiben der Rohfassung. Aus dem Stoff wähle ich dann die Geschichte, welche ich erzählen will.

Motivation :: Versuchen Sie mit Ihren Büchern Geld zu verdienen?

Selbstverständlich versuche ich, mit meinen Büchern Geld zu verdienen. Die Arbeit des Schreibens ist genauso Arbeit wie andere auch – nur etwas schwieriger und etwas unterhaltsamer.

Recherche :: In welchen Medien recherchieren Sie am meisten?

Die erste orientierende Recherche mache ich meist im Internet. Es taugt gut, um vor dem Schreiben einen Überblick zu bekommen. Vor allem aber habe ich dann mein Rechcherche- Material in einer Form vorliegen, die auch zwischendurch schnell zugänglich ist.

Arbeitsumgebung :: Wo schreiben Sie am liebsten?

Zu Hause in dem Arbeitszimmer, das ich mir mit meiner Tochter teile.

Tagesablauf :: Zu welcher Uhrzeit schreiben Sie am liebsten?

Ganz ganz früh am Morgen. Zuweilen verabrede ich mich zu einer „Frühschicht“ morgens um 4 Uhr und schreibe in virtueller Gesellschaft mit einer anderen Autorin.

Selfpublishing :: Worin liegen die größten Vor- und Nachteile?

Ich war mein Leben lang Freiberuflerin und habe mir immer ausgesucht, mit wem ich arbeite. Der größte Vorteil, als Indie zu publizieren ist, dass ich meine Karriere in den eigenen Händen halte. Ich habe nie versucht, eine Agentin oder einen Verlag für meine Arbeit zu finden.

Der Paradigmenwechsel, an dessen Anfang wir uns sehen, passt mir ganz wunderbar. Nachteile – kann ich nicht sehen. Was oft als Nachteil benannt wird – dass man in allem auf sich selbst gestellt ist – spiegelt den Mythos, wenn eine Autorin einen Verlag gefunden hätte, hätte sie es geschafft. Zudem müssen auch Verlags-AutorInnen immer mehr alleine stemmen.

Marketing :: Nutzen Sie die Social Media Seiten und wenn ja, welche?

Ich experimentiere noch immer herum. Mittlerweile denke ich, dass die nützlichsten Medien Twitter und Facebook sind. Und die Präsenz in Foren.

Genre :: Welche Buchgenres lesen Sie bevorzugt selber?

Ich lese am liebsten Historische Romane und solche mit einem zeitgeschichtlichen politischen Hintergrund. Ken Follett und Tom Clancy zum Beispiel. „Privat“ interessiert mich kaum etwas mehr als Geschichte.

Tipps :: Wie vereinbart sich Ihre Autorentätigkeit mit der Familie?

Manchmal ist es schwierig. Darum bin ich auf die Frühschichten verfallen – ich bin ausgeruht und ungestört.
Tagsüber habe ich schon deshalb nicht mehr viel Zeit, weil wir hier in Frankreich Home-schooling machen.
Ein kleiner Ausgleich ist, dass meine Tochter auch angefangen hat zu schreiben.

Schick uns dein Interview!

Sie schreiben selbst Bücher und eBooks. Dann präsentieren Sie sich und Ihre Bücher gratis auf unserer Autorenmarketing Plattform. Machen Sie mit und schreiben Ihr persönliches Autoreninterview.

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben