Buchautor Kohlhaas Daniel


6. August 2011Kategorie Interview

Kohlhaas Daniel im Interview

Buchideen :: Woher bekommen Sie Ihre Buchideen?

Die Entstehung der Ideen sind ganz unterschiedlich. Zu meinem ersten Roman „Adams Väter“ inspirierte mich ein Artikel im Spiegel. Mein zweiter Roman hatte keine ursprüngliche Inspiration, doch das Buch „Die blinde Frau die sehen kann“, in dem seltene Phänomene unseres Gehirns thematisiert werden, hat mich zu den Funktionen der menschlichen Amygdala forschen lassen, die ja auch den Titel für den zweiten Thriller lieferte.

Ich entwickele die Ideen beim Nachdenken, es entstehen einzelene Szenen in meinem Kopf und daraus entwickeln sich Charakteren. Zu meinem aktuellen Thriller, den ich derzeit verfasse, inspirierte mich eine Autofahrt durch den Wald, bei dem merkwürdigerweise mein Autoradio verrückt spielte. Dann fängt der Kopf an zu arbeiten: Was wäre wenn? Die Frage wird dann täglich beackert.

Zeitbedarf :: Wie viel Zeit erfordert das Schreiben der Erstfassung?

Man kann zwar ungefähr davon sprechen, dass man ca. 6-8 Monate daran sitzt, aber tatsächlich ist die Zeit viel kürzer, da man stellenweise in ein paar Tagen viele Seiten produziert, während an anderen Tagen die Überarbeitung oder Korrektur im Vordergrund steht. Ich schreibe jedoch besser, wenn ich dran bleibe, das heißt, wenn ich täglich daran arbeite. Dann spare ich mir die Zeit der Einarbeitung und des Einfühlens in die Geschichte und in die Protagonisten, was stellenweise lange dauert, aber auch Spaß macht.

Motivation :: Was möchten Sie mit Ihren Büchern erreichen?

Natürlich strebt man danach, erfolgreich zu sein und gelesen zu werden. Aber es ist für mich kein Muss, ein Bestseller-Autor zu werden. Aber es ist ein Traum, ein Buch zu schreiben, was wirklich erfolgreich wird. Aber man schwimmt als kleiner Fisch in einem Haifisch-Becken und muss lernen, sich zu behaupten. Aber ich bin froh, dass ich zwei Bücher veröffentlichen durfte und es behaupte, dass ich von Buch 1 zu Buch 2 einen ordentlichen Schritt nach vorne getan habe, viel gelernt und besser schreibe. Ich hoffe, dass mir das bei Buch 3 auch noch einmal gelingt.

Recherche ::In welchen Medien recherchieren Sie am meisten?

Das Internet bietet eine Fülle von Möglichkeiten. Daneben bieten Bücher, aber natürlich Experten-Befragungen eine tolle Chance, mehr über die Dinge zu erfahren. Ich versuche zu erreichen, dass meine Geschichten möglich sind, möchte aber die Grenzen der Technik auch dehnen und liebe es, wenn es mystisch wird.

Bei der Recherche zu „Amygdala“ haben mir z.B. eine Kriminalkommissarin und eine Jura-Studentin geholfen. Vor den ersten Seiten des neuen Werks, habe ich lange mit einem Freund telefoniert, der in einem Krankenhaus arbeitet. Diese Gespräche sind wichtig und bringen mich weiter. Das Internet nutze ich hauptsächlich, um die Ausstattung, sozusagen das Setting einer Szene zu erweitern. Informationen über z.B. Orte, Möbel, Wein, Gemälde oder auch Waffen sind dort einfach und schnell zu finden und machen ein Buch authentischer.

Arbeitsumgebung :: Wo schreiben Sie am liebsten?

Ich schreibe sehr gerne in meinem Büro, an meinem Schreibtisch. Dort steht mein Computer und wenn es dunkel wird, sitze ich vor meinem kleinen Bildschirm und versinke in der Geschichte. Manchmal brauche ich auch die passende musikalische Untermalung und dann wünsche ich mir, dass man einen bestimmten Song hören würde, wenn man später die Szene liest. Das wäre doch mal was, oder? Der Soundtrack zum Buch!

Tagesablauf :: Zu welcher Uhrzeit schreiben Sie am liebsten?

Wie schon gesagt, ist die Nacht, bzw. der Abend meine Hauptzeit. Aber ich kann auch morgens, mittags oder nachmittags schreiben, wenn es die Zeit zulässt. Da ich aber ja auch einer geregelten Arbeit nachgehe, wird die Zeit dadurch natürlich auch eingeschränkt.

Selfpublishing :: Worin liegen die größten Vor- und Nachteile?

Ich habe zwar über einen Verlag veröffentlicht, aber mir war es wichtig, auf bestimmte Faktoren Einfluss nehmen zu können, die auch beim Selfpublishing von Vorteil sind, wie z.B. die Gestaltung des Covers. Ich denke, ein Cover ist die Fassade des Buches, der Eye-Catcher und der Kunde entscheidet zuerst nach dem Aussehen, ob er sich ein Buch etwas genauer anschaut. Aber man muss sagen, dass der Buchmarkt schnell gelernt hat und mittlerweile sind Bücher oftmals echte Schmuckstücke.

Ich habe großen Respekt vor den Kollegen, die Selfpublishing vornehmen. Ein harter Weg, der aber belohnt wird, wenn es die ersten Meinungen und Leser gibt.

Marketing :: Nutzen Sie die Social Media Seiten und wenn ja, welche?

Die Social Media Seiten sind für unbekannte Autoren wie mich sehr wichtig. Ich habe eine Fan-Seite auf Facebook, die ich nahezu täglich betreue, dazu eine Gruppe bei wer-kennt-wen, einen Twitter Account, eine eigene Website und versuche in manchen Bücherforen aktiv zu sein. Aber leider hat man dafür zu wenig Zeit, schließlich will man ja auch noch schreiben. Aber das Web und gerade die SN sind wichtig, um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen.

Genre :: Haben Sie talentierte oder berühmte Vorbilder im gleichen Genre?

Mein Bücherregal beherbergt viele Bücher von Dean Koontz. Er ist sicherlich eine Art Idol und auch Vorbild. Koontz und King haben mich als Jugendlichen begeistert. Heute lese ich gerne deutsche Autoren, z.B. Fitzek, Strobel oder auch einzelne Bücher von Thiesler und Foehr.

Eine Art Lieblingsautor derzeit ist John Ajvide Lingqvist. Er schreibt tolle Geschichten, in einer wirklich ansprechenden Sprache. Die Bücher machen Spaß und ich freue mich schon jetzt auf Oktober, da dann sein neuer Roman veröffentlicht wird.

Tipps :: Welchen Ratschlag möchtest du einem neuen Autor mitgeben?

Einen langen Atem haben. Wir alle kennen die Geschichten von King oder Rowling, die alle zahlreiche Absagen kassierten, bevor sie berühmt wurden. Man kann seinen Weg gehen, wenn man hart an sich und für den Traum arbeitet. Nur nicht den Mut verlieren und sich auch mal trauen, das Urteil Fremder einzuholen, um das Geschriebene zu testen.

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