Buchautor Johansen Michael


23. Oktober 2011Kategorie Interview

Johansen Michael im Interview

Buchautor Johansen Michael

Buchideen :: Woher bekommen Sie Ihre Buchideen?

Diese Frage würde ich gern mit dem Vorwort zu „RAUS – Geschichten aus der geschützten Abteilung“ beantworten:

Geschichten über ferne Länder sind für uns faszinierend und fremd zugleich. Denken wir an Indien, dann fallen uns sofort dessen spirituelle Seite und vor allem die heiligen Kühe ein. Während von dem Ersteren noch eine gewisse Faszination ausgehen kann, ist den meisten Menschen unseres Kulturkreises die Verehrung der Tiere nur fremd. Heilige Kühe gibt es nur in Indien. So denken jedenfalls viele. In Indien wäre eine Handlung dagegen ein Tabubruch. Aber gibt es bei uns keine heiligen Kühe? Wir leben doch in einer aufgeklärten Demokratie. Bei uns gibt es keine Geheimnisse. Der Boulevard-Journalismus zerrt doch alles ans Tageslicht!

So oder so ähnlich dachte ich auch einmal. Und das ist ja auch sehr beruhigend. Es nützt nur nicht viel, wenn die Beunruhigung nicht von außen kommt, nicht von den Medien sondern von der eigenen Seele. Auf meinem Weg durch die verschiedensten Therapien, Krankenhäuser, Psychiatrien und vor allem durch mein eigenes Leben, begegneten mir immer wieder heilige Kühe. Dort ran zu gehen ist ein Tabubruch, den die Gesellschaft (und das sind wohl auch wir selbst) nicht duldet. Da sind die vielen wohlsituierten Menschen mit scheinbar makelloser Vergangenheit, in den höchsten Positionen. Da ist die Mutter, die doch immer nur das Beste für ihre Tochter wollte und da sind der Vater und der Großvater, die sich an absolut nichts mehr erinnern können.

Durch das öffentlich werden der unglaublichen Verfehlungen von Priestern oder Lehrern an ihren Schutzbefohlenen, durch die Skandale um vernachlässigte und zum Teil kläglich verhungerte Kinder und durch die öffentliche Verurteilung von Väter-Monstern, die Ihre Töchter einsperrten und mit ihnen Kinder zeugten ist es zumindest zu einem Thema geworden.

Aber von einem offenen Umgang damit sind wir noch weit entfernt. Ich wage zu behaupten, dass der größte Teil davon noch im Dunkeln liegt. Und im Moment habe ich auch das Gefühl, dass die öffentliche Wahrnehmung auch kein weiteres Interesse daran hat. Nur wer durch seine eigene Geschichte oder vielmehr dem Aufbrechen der eigenen Geschichte gezwungen wird, sich damit auseinanderzusetzen, kommt meistens nicht daran vorbei. Aber selbst dann greifen viele lieber zu einer Pille, um sich damit nicht ganz zu konfrontieren. Das mag therapeutisch im Einzelfall auch durchaus richtig sein, keine Frage. Aber gesellschaftlich steht uns diese Aufarbeitung noch bevor.

Zeitbedarf :: Wie viel Zeit erfordert das Schreiben der Erstfassung?

Das ist sehr unterschiedlich. Da mein Schreiben ursprünglich eine therapeutische Arbeit darstellte, hat sich der Prozess über einen langen Zeitraum hingezogen. Es gibt dazwischen immer wieder Wochen, in denen ich keinen Satz schreiben kann. Ich versuche dann allerdings auch, nichts zu erzwingen.

Bei den jetzigen Projekten („Kindermund“ und „Elfengeschichte“) geht es mir flotter von der Hand.

Motivation :: Was möchten Sie mit Ihren Büchern erreichen?

Die Motivation der Reihe „Geschützte Abteilung“ ist ganz klar Aufklärung und Bewusstmachung eines riesigen gesellschaftlichen Problems. Da verstehe ich mich als Sprachrohr von Vielen, die unglaublich viel Leid durchmachen und gesellschaftlich kaum (mit Ausnahme einer Hand voll Promis) Beachtung finden.

Aber ich habe auch andere Projekte in Arbeit. So schreibe ich zur Zeit an einer Elfengeschichte. Da steht dann der rein unterhaltende Aspekt im Vordergrund.

Recherche :: In welchen Medien recherchieren Sie am meisten?

Meine Medien sind das Leben und noch mal das Leben. Natürlich schau ich mir schon mal den einen oder anderen Begriff oder auch historische Fakten im Internet an; aber den Stoff liefert mir der Alltag.

Arbeitsumgebung :: Wo schreiben Sie am liebsten?

Etwas abseits im Café sitzend oder an der Mosel.

Tagesablauf :: Zu welcher Uhrzeit schreiben Sie am liebsten?

Ganz früh am Morgen oder spät abends.

Selfpublishing :: Warum vermarkten Sie Ihr Buch im Eigenverlag?

Das ist, aus meiner Sicht, im Moment die einzig realisierbare Möglichkeit für mich.

Marketing :: Nutzen Sie die Social Media Seiten und wenn ja, welche?

Facebook „Lernplattform“. Das ist ne tolle Truppe!

Genre :: Welche Buchgenres lesen Sie bevorzugt selber?

Als Theatermensch lande ich immer wieder bei den Klassikern der Dramatik. Ganz nah sind mir die alten Griechen. Dazwischen schau ich aber auch gern mal bei der sogenannten „reinen Unterhaltung“ rein, wie Krimi oder auch Erotik.

Tipps :: Welchen Ratschlag möchtest du einem neuen Autor mitgeben?

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Einfach anfangen und sich bei „Lernplattform“ die notwendigen Informationen und Hilfe holen.

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