Buchautor Crusius Detlev


20. November 2011Kategorie Interview

Crusius Detlev im Interview

Buchautor Crusius Detlev


Projekte in Libyen haben mich mit dem Gesetz in Konflikt gebracht. 1996 wurde ich verhaftet und 1997 wegen Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das UN-Embargo zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. In der JVA Köln-Ossendorf ist mein erster Roman entstanden – Absturz. Die überarbeitete Fassung Tarhuna habe ich als eBook herausgebracht.

Buchideen :: Woher bekommen Sie Ihre Buchideen?

Meine Romane haben alle einen realen Hintergrund. Das sind Tagesereignisse, z. B. jetzt der Krieg in Libyen oder der Zusammenbruch der Sowjetunion. Meine Romanfiguren sind ganz normale Menschen, die durch unvorhergesehene Ereignisse in scheinbar ausweglose Situationen geraten, sich trotzdem durchkämpfen, jedenfalls meistens. Auch meine Figuren haben reale Vorbilder. Klingt es vermessen, wenn ich sage, ich muss meine Fantasie nicht allzu sehr strapazieren? Das reale Leben ist bunt, abenteuerlich, brutal und schön.

Zeitbedarf :: Wie viel Zeit erfordert das Schreiben der Erstfassung?

Die Erstfassung trage ich oft Wochen im Kopf mit mir herum, mache mir höchstens Notizen. Dann schreibe ich Anfang und Ende, lege es beiseite, hole es nach Wochen oder Monaten oder gar nicht wieder vor. Lektorieren und korrigieren – das ist die schlimmste Arbeit überhaupt.

Motivation :: Was treibt Sie an zu schreiben?

Ich weiß nicht, was mich treibt. Jedenfalls fühle ich mich unwohl, wenn ein Tag vergangen ist und ich nichts geschrieben habe. Ich kann auch nicht sagen, was ich erreichen möchte. Natürlich will ich gelesen werden, ich bin eitel genug. Ich bin aber kein Weltverbesserer. Geld verdienen möchte ich auch damit.

Recherche :: In welchen Medien recherchieren Sie am meisten?

Ich recherchiere ausschließlich im Internet und in der Tagespresse. Jeden Tag verbringe ich ein bis zwei Stunden nur mit Online-Nachrichten. Wenn ich einen Artikel lese, der mich besonders positiv oder negativ beeindruckt, lade ich ihn herunter und speichere ihn in meiner Datenbank. Ich habe Zeitungsartikel (als PDF) und in letzter Zeit auch YouTube-Sequenzen von insgesamt etwa 1 Gigabyte gespeichert. Dazu gehört natürlich ein Schlagwortverzeichnis. Oft suche ich auch gezielt im Internet.

Arbeitsumgebung :: Welche Tools und Programme nutzen Sie?

Mein Computer ist mein Schreibtisch, mehr brauche ich nicht. Ich benutze Word, Duden Extension und (seit 5 Jahren) WriteWay, das ist ähnlich Papyrus. Wenn ich WriteWay nicht schon hätte, würde ich Papyrus anschaffen.
Dann – sehr wichtig – VoiceReader, ein Programm, das mir meine Texte vorliest. Das ist wohl mein wichtigstes Werkzeug, denn ich höre den falschen Rhythmus eines Textes und beinahe jeden Schreibfehler.

Tagesablauf :: Wie sieht Ihr typischer Schreiballtag aus?

Ich stehe spät auf, selten vor 9 Uhr, gehe aber auch selten vor 2 – 3 Uhr ins Bett. Ich war schon immer eine Nachteule.

Selfpublishing :: Warum vermarkten Sie Ihr Buch im Eigenverlag?

Gute Frage. Den Verlagen sind meine Themen zu brisant. Deshalb habe ich auch neun Manuskripte in der Schublade, die ich jetzt nach und nach selbst als eBook ins Netz stelle. Das mache ich, weil ich, bei allem Respekt vor dem Engagement insbesondere der kleinen Verlage, den Inhalt meiner Manuskripte selbst bestimmen will.

Marketing :: Nutzen Sie die Social Media Seiten und wenn ja, welche?

Antw. Facebook natürlich. Außerdem bin ich ständiger Gast in vier oder fünf Foren.

Genre :: In welchen Genres veröffentlichen Sie Bücher bzw eBooks?

Ich schreibe über die Verlogenheit der Mächtigen, weiß aber, dass ich nichts ändere. Das haben schon viele Autoren versucht und sind gescheitert. Wenn eine Zeitung dann aber im Zusammenhang mit meinem Roman ABSTURZ über Libyen titelt – Der erfundene Feind – dann habe ich vielleicht doch etwas erreicht. Vorgestern hat jemand über ABSTURZ geschrieben – sehr spannend und jetzt sehe ich Vieles mit anderen Augen. Das macht mich stolz.

Ich lese John le Carré, Ernest Hemingway, Graham Green, John Lescroart, David Benioff, J.R. Moehringer – und viele mehr.

Tipps :: Welchen Ratschlag möchten Sie einem neuen Autor mitgeben?

Einen Tipp geben, das ist schwer. Ich brauche selbst Tipps. Ich sage mal – hinsetzen und schreiben, schreiben, schreiben. Geschichten für die eigenen Kinder, die Schulaufführung, die Nachbarschaft. So hat es bei mir mal vor vielen Jahren in der Schule in Güstrow angefangen. Das muss so 1950 gewesen sein.

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