Buchautor Angeli Wolfgang


27. Juli 2011Kategorie Interview

Angeli Wolfgang im Interview

Buchautor Angeli Wolfgang

Buchideen :: Woher bekommen Sie Ihre Buchideen?

Buchideen fallen mir teilweise im Schlaf zu. Oft träume ich spannende Geschichten, die sich optimal zur Verfilmung eignen würden. Da ich und meine Kinder sehr einfallsreich sind, ist es nicht schwer an neue Ideen heranzukommen. Das größere Problem liegt jedoch eher darin, ob sich die Buchthemen lohnen. Es gibt viele hervorragende Ideen, die aber aufgrund der mangelnden Zielgruppe kaum rentabel sind. Am besten ist es mal zu beobachten, wer besonders erfolgreich mit eBooks ist. Dann fallen einem auf, das es sich häufig um Geschichten handeln aus den Bereichen Fantasy, Vampire, Horror, Krimi und Liebe. Aus diesem Betrachtungswinkel sieht eine Buchidee vielversprechender aus, wenn es in das bekannte Raster passt. Möglicherweise muss man an seiner Geschichte kleine Modifikationen vornehmen, damit sich die Buchidee und die fertigen Bücher besser verkaufen lassen.

Zeitbedarf :: Wie lange dauert es bei Ihnen von der Idee bis zum fertigen Buch?

Kommt natürlich immer auf das Buchthema und den Seitenumfang an. Unser erstes Buch „Der Online Shop“ war bei der ersten Auflage mehr als 730 Seiten stark. Soweit ich mich erinnere dauerte es fast 6 Monate. Bei meinem Buch „Magento“ ging es etwas schneller. In drei Monaten stand die Endfassung, allerdings hat das Buch auch nur 400 Seiten. Zudem war uns die Thematik aus dem vorherigen Buch schon sehr gut geläufig. Für unser nächstes Projekt „Sternenamulett“ planen wir etwa bis Ende Oktober, was in etwa ebenfalls drei Monate umfasst. Mit einem Verlag hat man natürlich den Vorteil, dass dieser sich um das Lektorat kümmert. Als Selfpublisher übernimmt diese Aufgabe selber bzw. muss Freunde und / oder Bekannte damit beauftragen.

Motivation :: Was treibt Sie an zu schreiben?

Ich habe schon viele Tätigkeiten ausgeübt, die teilweise auch sehr techniklastig waren. Die Informationstechnologie ist mein ständiger begleiter, es gibt immer etwas zu tun. Das Schreiben befreit mich vom üblichen Alltagstrott. Mit den Romanfiguren in meinem Fantasyroman Sternenamulett betrete ich eine eigene imaginäre Welt. Zugleich beziehe ich in die Abenteuer und die Schriftstellertätigkeit die Ideen und Vorstellungen meiner Kinder mit ein. Meine beiden größeren Kinder unterstützen mich beim Schreiben durch diverse Rechercheaufgaben. Jeder erstellt für sich eigene Steckbriefe von den zu besuchenden Kulturen und Völkern. Wir leihen uns gemeinsam Bücher aus, lesen zusammen und grübeln über Ideen nach. So bin nicht nur ich ein Teil der Geschichte, sondern hauptsächlich meine Kinder, für die ich und mit denen ich den Fantasyroman entwickle.

Recherche :: In welchen Medien recherchieren Sie am meisten?

Sternenamulett behandelt die Thematik alter Kulturen. Von daher bietet es sich hauptsächlich an in Büchern nachzulesen, wie es früher einmal so war. Was hat man früher gegessen? Wie zogen sich die Leute damals an? Welche Werkzeuge und Waffen waren in Gebrauch? Weiterführende Informationen zu Dingen, die in Büchern nur unzureichend erläutert werden, suche ich ergänzend im Web.

Arbeitsumgebung :: Wo schreiben Sie am liebsten?

Obwohl ich auf dem Dachboden ein großes Büro besitze, schreibe ich dennoch am liebsten in der Nähe meiner Familie. Drei Kinder sind zwar nicht immer einfach und schon gar nicht leise, aber ich genieße die Anwesenheit meiner Familie. So bekomme ich relativ viel mit, was meine Familie um mich herum macht. Trotzdem kann ich abschalten und mich in meine Arbeit vertiefen. Mein IKEA-Schreibtisch ist zwar relativ klein, aber als Buchautor braucht man nicht viel. Einziger größerer Luxus ist die Nutzung von zwei Bildschirmen, dem Notebook-Bildschirm und einen separat angesteuerten TFT-Bildschirm dahinter.

Tagesablauf :: Wie sieht Ihr typischer Schreiballtag aus?

Ich sitze manchmal fast den gesamten Tag vor dem Rechner. Viel Zeit geht für Social-Media-Aktivitäten drauf. Zwar versuche ich es auf ein Mindestmaß zu reduzieren, aber nachdem wir in vielen verschiedenen Portalen vertreten sind, ist es unheimlich schwer überall mitzureden. Von daher versuche ich mich möglichst aufs Lesen zu beschränken, um nicht zu viel Zeit kaputt zu machen. Zum richtigen schreiben brauche ich einen gewissen Schreibfluss, wenn es klappt entstehen so locker 5 – 8 Buchseiten pro Tag. Besonders produktiv werde ich jedoch meistens erst dann, sobald eine Deadline vorhanden ist, zu der ein Buch oder ein Update fertig sein muss. Aktuell bin ich viel in Blogs, Foren, Facebook, Twitter und Xing unterwegs.

Self-Publishing :: Warum vermarkten Sie Ihr Buch im Eigenverlag?

Ehrlich gesagt habe ich mich in diesem Fall, gar nicht um einen Verlag bemüht. Die geplante Story dient eher der Entspannung und dem Spaß. Im Grunde versuche ich in wenigen Monaten mit dem ersten Teil fertig zu sein. Ich möchte nicht die Zeit verplempern mit der Suche nach einem Verlag, zumal ich eher als Fachbuchautor aktiv bin. Als Romanautor wüßte ich spontan gar nicht welche Verlage sich überhaupt für Fantasygeschichten interessieren. Das Internetpublikum dient gerade zur Weihnachtszeit als mein Test, wie gut die Buchidee bei den Lesern ankommt. Möglicherweise verkaufen sich Erotikromane, Krimigeschichten, Vampir- und Horrorstorys besser. Sternenamulett zielt stärker auf ein jugendliches Klientel ab.

Marketing :: Wieviel Zeit nutzen Sie als Indie-Autor für Werbung?

Wahrscheinlich zuviel. Aufgrund meiner beruflichen Vorgeschichte als Suchmaschinen-Optimierer (SEO), Social-Media-Experte und eCommerce-Berater lege ich sehr viel Wert auf Marketing. Die angebotene Vielfalt im Marketing-Mix für Website- und Shopbetreiber ist riesig. Demzufolge gibt es zu unserer Abenteuergeschichte schon vor der Fertigstellung des Romans eine Facebook-Seite, einen Twitter-Account und einen Weblog. Alle Seiten verwenden den Buchnamen „Sternenamulett“ als Namen.

Genre :: In welchen Genres veröffentlichen Sie Bücher bzw eBooks?

Meine ersten Gehversuche im eBook Sektor bezogen sich hauptsächlich auf kostenlose PDF-Dokumente, Magazine und Powerpoint-Präsentationen. Die meisten Inhalte biete ich an über Scribd, Slideshare und Mister-Wong. Erste bezahlte eBooks verkaufen wir auch über unseren Onlineshop. Die ersten Gehversuche mit Amazon Kindle und Apple iTunes startete ich im Mai 2011. Allerdings handelte es sich ausschließlich um Teile unseres Buches „Der Online Shop“, die wir speziell als ePUB-Datei bzw. MOBI-Datei aufbereitet haben. Um einmal auf andere Gedanken zu kommen, startete ich eher aus Langeweile Anfang Juli 2011 mit meinem ersten Fantasybuch. Gemeinsam mit Mika saß ich auf unserer Terasse und wir überlegten uns eine Abenteuergeschichte. Innerhalb eines Tages war die ursprüngliche Buchidee geboren.

Tipps :: Welchen Ratschlag möchtest du einem neuen Autor mitgeben?

Ich habe schon mehrere tausend Bücher verkauft, dennoch war der Anfang exterm holprig. Gerade die deutsche Sprache bereitete uns zunächst einige Probleme bis uns unsere Lektorin ein Buch empfahl: „Deutsch“ von Wolf Schneider. Nachdem wir dieses Buch gelesen hatten wurde vieles wesentlich klarer. Gerade der korrekte Schreibstil war wesentlich einfacher. Mittlerweile entwickelte sich quasi eine Art Gespür für gut geschriebene Texte. Es klingt zwar vielleicht etwas komisch, aber mich hat es sprachlich betrachtet enorm bereichert.

Schick uns dein Interview!

Sie schreiben selbst Bücher und eBooks. Dann präsentieren Sie sich und Ihre Bücher gratis auf unserer Autorenmarketing Plattform. Machen Sie mit und schreiben Ihr persönliches Autoreninterview.

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben